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Vom Auftrag bis zur Schlussrechnung: Der ideale Projektprozess

Ein Projekt beginnt nicht mit der ersten Arbeitsstunde und endet nicht mit der letzten Lieferung - es beginnt mit dem Auftrag und endet erst mit der bezahlten Schlussrechnung. Wie dieser Prozess als durchgängige Kette funktioniert.

Bruno Eggenberger Geschäftsführer, Binadoo AG 7 Min. Lesezeit
Bildschirm mit Projektübersicht, im Hintergrund ein modernes Büro

Ein Projekt beginnt nicht mit der ersten Arbeitsstunde und endet nicht mit der letzten Lieferung an den Kunden. Es beginnt mit dem Auftrag und endet erst, wenn die Schlussrechnung bezahlt ist. Dazwischen liegt eine Kette von Schritten, die in vielen Dienstleistungsunternehmen zwar alle stattfinden - aber selten als das behandelt werden, was sie sind: ein einziger, zusammenhängender Prozess.

Die fünf Stationen eines Projekts

Unabhängig von Branche und Projektgrösse durchläuft praktisch jedes Dienstleistungsprojekt dieselben Stationen:

  • Auftrag - das Projekt wird beauftragt, Umfang und Budget stehen fest
  • Planung - Ressourcen, Termine und Meilensteine werden festgelegt
  • Ausführung - die eigentliche Arbeit, mit laufender Zeit- und Leistungserfassung
  • Abrechnung - geleistete Arbeit und Auslagen werden fakturiert
  • Abschluss - das Projekt wird formal beendet, Erkenntnisse werden gesichert

Der Übergang zwischen diesen Stationen ist in der Praxis anfälliger als die einzelne Station selbst: Ein Auftrag ohne klaren Umfang erschwert die Planung, eine Planung ohne Bezug zur tatsächlichen Kapazität führt zu Verzug in der Ausführung, und eine Ausführung ohne saubere Erfassung macht die Abrechnung zum Rätselraten.

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Kurz gesagt: Ein Projekt endet wirtschaftlich nicht mit der letzten Arbeitsstunde, sondern mit der bezahlten Schlussrechnung. Wer den Prozess nur bis zur Lieferung mitdenkt, verliert genau dort Zeit und Marge, wo sie am einfachsten zu sichern wären.

Wo der Prozess in der Praxis stockt

Drei Übergänge bereiten in der Praxis die grössten Schwierigkeiten:

  • Vom Auftrag zur Planung - der Umfang wird mündlich vereinbart, nirgends präzise festgehalten, und Monate später ist unklar, was ursprünglich vereinbart war
  • Von der Ausführung zur Abrechnung - Stunden und Auslagen werden auf Zetteln oder in separaten Dateien gesammelt, statt direkt am Projekt erfasst zu werden
  • Vom Projektende zum Abschluss - das Projekt läuft formal weiter, weil niemand die Schlussrechnung auslöst oder die letzten offenen Punkte klärt
Fünf Stationen des Projektprozesses: Auftrag, Planung, Ausführung, Abrechnung, Abschluss

Warum das für die Geschäftsführung zählt

Ein durchgängiger Projektprozess wirkt sich unmittelbar auf drei Grössen aus, die eine Geschäftsleitung interessieren:

  • Marge - jede Stunde, die nicht erfasst wird, ist eine Stunde, die nicht verrechnet werden kann
  • Liquidität - je später die Schlussrechnung gestellt wird, desto später fliesst das Geld
  • Planungssicherheit - ohne laufenden Überblick über Fortschritt und Kosten wird jedes Projekt erst im Nachhinein beurteilbar, nicht während der Laufzeit

Jede Stunde, die nicht erfasst wird, ist eine Stunde, die nicht verrechnet werden kann.

Genau hier liegt der grösste Hebel für Dienstleistungsunternehmen: Nicht schnellere Arbeit erhöht die Marge am zuverlässigsten, sondern eine Kette ohne Lücken zwischen Leistung und Rechnung.

Wie sich der Prozess in der Praxis absichern lässt

Drei Punkte entscheiden darüber, ob der Projektprozess in der Praxis wirklich durchgängig bleibt:

  • Der Auftragsumfang wird schriftlich und eindeutig festgehalten, bevor die Planung beginnt
  • Zeit und Auslagen werden direkt am Projekt erfasst, nicht nachträglich aus dem Gedächtnis rekonstruiert
  • Die Abrechnung folgt einem festen Rhythmus statt einem “irgendwann”, das sich beliebig verschiebt
Drei Massnahmen für einen durchgängigen Projektprozess: schriftlicher Auftragsumfang, direkte Zeiterfassung am Projekt, fester Abrechnungsrhythmus

Was Odoo an dieser Kette ändert

In Odoo hängen Auftrag, Zeiterfassung, Auslagen und Rechnung am selben Projekt: Eine erfasste Stunde oder ein Beleg lässt sich mit einem Klick zur Rechnungsposition machen, statt separat gesammelt und später übertragen zu werden. Der Projektfortschritt und die bereits angefallenen Kosten sind während der Laufzeit sichtbar, nicht erst bei Projektabschluss - womit sich Abweichungen früh erkennen statt erst in der Nachkalkulation entdecken lassen.

Fazit

Ein Projekt ist erst dann wirklich abgeschlossen, wenn die Schlussrechnung bezahlt ist - nicht, wenn die letzte Arbeitsstunde geleistet wurde. Wer den Projektprozess als durchgängige Kette vom Auftrag bis zur Zahlung versteht, statt ihn an der Lieferung enden zu lassen, sichert sich genau die Marge, die sonst in den Übergängen verloren geht.

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Bruno Eggenberger, Geschäftsführer, Binadoo AG
Über den Autor
Bruno Eggenberger · Geschäftsführer, Binadoo AG

Bruno begleitet Schweizer KMU von der ersten Prozessfrage bis zum laufenden Odoo-Betrieb. Sein Fokus: Digitalisierung, die sich wirtschaftlich rechnet - ehrlich beraten, pragmatisch umgesetzt.

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