Welche Geschäftsprozesse sich zuerst digitalisieren lassen
Wer alles gleichzeitig digitalisieren will, digitalisiert am Ende nichts richtig. Nach welchen Kriterien sich die Reihenfolge eines Digitalisierungsprojekts sinnvoll festlegen lässt.
“Wir digitalisieren jetzt alles” ist eine der teuersten Absichtserklärungen, die ein KMU treffen kann. Digitalisierungsprojekte scheitern selten daran, dass zu wenig gemacht wird - sondern daran, dass zu viel gleichzeitig angefasst wird, ohne klare Priorität.
Drei Kriterien für die richtige Reihenfolge
Nicht jeder Prozess verdient dieselbe Priorität. Drei Kriterien helfen bei der Einordnung:
- Schmerzgrad - wie stark spüren Mitarbeitende und Kunden die heutigen Schwächen dieses Prozesses täglich
- Wirkungsbreite - wie viele andere Prozesse und Abteilungen hängen von diesem einen Prozess ab
- Umsetzbarkeit - wie realistisch ist eine saubere Digitalisierung mit vertretbarem Aufwand in absehbarer Zeit
Ein Prozess mit hohem Schmerzgrad, breiter Wirkung und guter Umsetzbarkeit ist der ideale Startpunkt. Ein Prozess, der zwar wehtut, aber isoliert ist und aufwändig umzusetzen wäre, kann warten.
Kurz gesagt: Nicht der lauteste Wunsch bestimmt die Reihenfolge, sondern Schmerzgrad, Wirkungsbreite und Umsetzbarkeit gemeinsam. Wer danach priorisiert, digitalisiert dort zuerst, wo der Nutzen am schnellsten spürbar wird.
Wo Priorisierung in der Praxis schiefgeht
Drei Muster erklären die meisten Fehlstarts:
- Der lauteste Wunsch gewinnt, nicht der wirkungsvollste - wer sich am meisten beschwert, wird zuerst bedient
- Alles wird gleichzeitig angegangen, wodurch keines der Projekte die nötige Aufmerksamkeit bekommt
- Isolierte Prozesse werden zuerst digitalisiert, weil sie einfach wirken, aber kaum Wirkung auf das Gesamtsystem haben
Nicht der lauteste Wunsch bestimmt die Reihenfolge, sondern Schmerzgrad, Wirkungsbreite und Umsetzbarkeit gemeinsam.
Warum das für die Geschäftsführung zählt
Die richtige Priorisierung wirkt sich auf drei Grössen aus:
- Investitionsrendite - der erste digitalisierte Prozess prägt, wie das ganze Projekt intern wahrgenommen wird
- Mitarbeitermotivation - ein schneller, spürbarer Erfolg schafft Rückenwind für die folgenden Schritte
- Budgetdisziplin - klare Priorität verhindert, dass Ressourcen auf zu viele parallele Baustellen verteilt werden
Wie sich die Reihenfolge in der Praxis festlegen lässt
Drei Schritte führen zu einer belastbaren Priorisierung:
- Alle relevanten Prozesse nach den drei Kriterien bewerten, statt nach Bauchgefühl zu entscheiden
- Mit dem Prozess mit der besten Kombination aus Schmerzgrad und Umsetzbarkeit beginnen
- Die restliche Reihenfolge transparent kommunizieren, damit auch spätere Prozesse eine verbindliche Perspektive haben
Was Odoo an diesem Prozess ändert
Odoo lässt sich modular einführen: Ein einzelner priorisierter Prozess kann digitalisiert werden, ohne dass sofort das gesamte Unternehmen umgestellt werden muss. Das macht es möglich, mit dem wirkungsvollsten Prozess zu beginnen und weitere Bereiche erst dann anzugehen, wenn der erste Schritt sich bewährt hat.
Fazit
Digitalisierung ist kein Alles-oder-nichts-Projekt. Wer Prozesse nach Schmerzgrad, Wirkungsbreite und Umsetzbarkeit priorisiert und mit dem wirkungsvollsten beginnt, schafft schneller sichtbaren Nutzen - und damit die Akzeptanz, die für alle folgenden Schritte gebraucht wird.
Weiterführend: Themenwelt Digitalisierung & Prozesse. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.
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