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BeratungOdoo erfolgreich einsetzen

Wie Sie effizient mit Ihrem Odoo-Partner zusammenarbeiten

Eine Anfrage, die den Kontext mitliefert, kostet eine Stunde. Dieselbe Anfrage in drei Zeilen kostet zwei - eine davon für Rückfragen. Das ist der grösste Hebel und der am wenigsten beachtete.

Bruno Eggenberger Geschäftsführer, Binadoo AG 8 Min. Lesezeit
Bildschirm mit dem Unterschied zwischen zwei Partneranfragen: mit Kontext eine Stunde, ohne Kontext zwei Stunden

Die Zusammenarbeit mit einem Odoo-Partner wird meist über Stundensätze verglichen. Das ist verständlich und greift zu kurz: Der Unterschied zwischen einer effizienten und einer teuren Zusammenarbeit liegt selten beim Satz und fast immer bei der Anzahl der Stunden, die für Klärung statt für Arbeit draufgehen.

In den Projekten, die wir übernehmen, sind das regelmässig zwanzig bis vierzig Prozent. Vier Dinge verändern das dauerhaft.

Odoo-Partner: vier Hebel gegen Klärungsstunden - ein Ansprechpartner je Seite, Anfragen mit vier Angaben, gebündelte Beauftragung, Priorisierung nach Wirkung

Hebel 1: Ein Ansprechpartner auf beiden Seiten

Wenn fünf Personen aus dem Betrieb direkt beim Partner anfragen, entstehen doppelte Aufträge, widersprüchliche Vorgaben und eine Priorisierung, die faktisch derjenige macht, der am lautesten fragt.

Ein interner Ansprechpartner bündelt, klärt vorab, was intern lösbar ist, und entscheidet, was tatsächlich beauftragt wird. Auf der Partnerseite gehört dazu eine benannte Person, die den Betrieb kennt - nicht ein wechselnder Bearbeiter, der sich jedes Mal einlesen muss. Welche Rolle das intern ist, steht in Wer sollte Odoo intern verantworten?.

Hebel 2: Anfragen, die den Kontext mitliefern

Der grösste Einzelposten. Eine Anfrage wie “die Rechnung stimmt nicht” erzeugt zwei bis drei Rückfragen, bevor überhaupt jemand hinschauen kann. Eine gute Anfrage beantwortet vier Dinge vorab:

Was wollten Sie tun? Der fachliche Vorgang, nicht der Klickweg.

Was ist stattdessen passiert? Mit dem konkreten Beleg, der Nummer, dem Bildschirmfoto.

Seit wann und wie oft? Einmalig oder immer, seit dem letzten Update oder schon länger.

Wie dringend, und was ist der Ersatzweg? Ob jemand blockiert ist oder ob es bis nächste Woche Zeit hat, ändert die Behandlung vollständig.

Diese vier Punkte kosten den Meldenden zwei Minuten und sparen auf der Gegenseite regelmässig eine Stunde.

Odoo-Partner: die vier Angaben einer guten Anfrage - was wollten Sie tun, was ist passiert, seit wann und wie oft, wie dringend
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Kurz gesagt: Vier Angaben in jeder Anfrage - was wollten Sie tun, was ist passiert, seit wann, wie dringend. Sie kosten zwei Minuten und sparen im Schnitt eine Partnerstunde.

Hebel 3: Sammeln und bündeln statt einzeln beauftragen

Kleine Anfragen einzeln zu beauftragen ist die teuerste Form der Zusammenarbeit: Jede bedingt Einarbeitung, Terminfindung, Test und Abrechnung.

Besser ist eine laufende Liste mit Bedarf, die alle zwei bis vier Wochen gemeinsam durchgegangen und in einem Paket beauftragt wird. Ausgenommen sind Störungen im laufenden Betrieb - die gehen sofort raus.

Die Bündelung hat einen zweiten Effekt: Beim gemeinsamen Durchgehen zeigt sich regelmässig, dass drei Wünsche dieselbe Ursache haben - und eine Änderung statt drei genügt.

Hebel 4: Priorisieren nach Wirkung, nicht nach Reihenfolge

Eine Bedarfsliste ohne Priorisierung wird von oben nach unten abgearbeitet, und das ist selten die richtige Reihenfolge. Zwei Fragen genügen je Punkt: Wie viele Personen betrifft es, und wie oft kommt es vor?

Was zehn Personen täglich betrifft, geht vor das, was einer im Quartal braucht - auch wenn Letzterer lauter fragt. Diese Sortierung ist eine Führungsaufgabe und gehört nicht zum Partner.

Odoo-Partner: was intern bleibt und was zum Partner geht - eine Berechtigung intern dauert fünf Minuten statt drei Tage Wartezeit

Was intern bleiben sollte

Die Faustregel: Alles, was Betriebswissen verlangt, bleibt intern - Stammdaten, Berechtigungen, einfache Konfigurationen, Anwenderfragen. Alles, was Systemwissen und Entwicklung verlangt, geht zum Partner.

Der Grund ist nicht nur der Preis, sondern die Geschwindigkeit. Eine Berechtigung, auf die man drei Tage wartet, blockiert jemanden drei Tage. Dieselbe Änderung intern dauert fünf Minuten.

Wo genau die Grenze verläuft, gehört zu Beginn festgelegt und nach sechs Monaten überprüft. Meist verschiebt sie sich in Richtung intern, weil das Wissen wächst - das ist ein gutes Zeichen und sollte auch so besprochen werden.

Ein guter Partner arbeitet daran, weniger gebraucht zu werden - und wird gerade deshalb länger gebraucht.

Wie die Abrechnung dazu passt

Drei Modelle sind verbreitet, und die Wahl sollte zur Nutzungsart passen:

Nach Aufwand. Passt bei unregelmässigem, projektartigem Bedarf. Verlangt Disziplin bei der Priorisierung, sonst wächst die Rechnung mit der Anzahl der Ideen.

Wartungsvertrag mit Stundenkontingent. Passt bei laufendem, planbarem Bedarf. Vorteil ist die Planbarkeit auf beiden Seiten; wichtig ist die Regelung, was mit nicht bezogenen Stunden geschieht.

Fixe Beträge je Vorhaben. Passt für abgegrenzte Themen wie eine Schnittstelle oder ein Upgrade. Setzt voraus, dass der Umfang beschreibbar ist.

Unabhängig vom Modell gehört Transparenz dazu: Was wurde wofür aufgewendet, und was steht offen. Wer das monatlich sieht, führt andere Gespräche als wer es im Quartal erfährt.

Odoo-Partner: drei Abrechnungsmodelle und wozu sie passen - nach Aufwand, Wartungsvertrag mit Kontingent, fixer Betrag je Vorhaben

Was Sie vom Partner erwarten dürfen

Verständliche Einordnung statt Technikwörter. Was eine Anpassung bewirkt, was sie langfristig kostet und welche Alternative es gäbe - das gehört in Geschäftssprache erklärt.

Ein Nein bei fragwürdigen Anpassungen. Ein Partner, der jede Individualisierung baut, ist bequem und teuer. Warum Anpassungen sorgfältig abgewogen gehören, steht in Odoo-Anpassungen: sinnvoll oder gefährlich?.

Wissenstransfer. Was intern lösbar ist, soll intern lösbar werden. Wie sich die Partnerwahl grundsätzlich beurteilen lässt, steht in Odoo-Partner in der Schweiz.

Fazit

Effiziente Zusammenarbeit entsteht aus vier Dingen: einem Ansprechpartner je Seite, Anfragen mit vier Angaben, gebündelter statt einzelner Beauftragung und einer Priorisierung nach Wirkung.

Wer nur eines davon einführen will, nimmt die vier Angaben in der Anfrage. Sie kosten nichts, sind in einer Woche eingeführt und senken den Aufwand in vielen Betrieben spürbar innerhalb eines Quartals.

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Weiterführend: Themenwelt Odoo erfolgreich einsetzen · Lösung ERP. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.

Bruno Eggenberger, Geschäftsführer, Binadoo AG
Über den Autor
Bruno Eggenberger · Geschäftsführer, Binadoo AG

Bruno begleitet Schweizer KMU von der ersten Prozessfrage bis zum laufenden Odoo-Betrieb. Sein Fokus: Digitalisierung, die sich wirtschaftlich rechnet - ehrlich beraten, pragmatisch umgesetzt.

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