Lagerprozesse effizient organisieren
Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Warenausgang wirken wie vier getrennte Tätigkeiten - sind aber ein System, das aufeinander abgestimmt sein muss. Wie sich Lagerprozesse effizient organisieren lassen.
Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Warenausgang wirken wie vier getrennte Tätigkeiten, die zufällig im selben Gebäude stattfinden. Tatsächlich sind sie ein System: Wie effizient der Warenausgang funktioniert, hängt massgeblich davon ab, wie durchdacht die Einlagerung Wochen vorher war.
Die vier Grundfunktionen eines Lagers
Jedes Lager erfüllt unabhängig von Grösse und Branche dieselben vier Funktionen:
- Wareneingang - Ware wird angenommen, geprüft und erfasst
- Einlagerung - Ware bekommt einen Platz, der spätere Zugriffe erleichtert oder erschwert
- Kommissionierung - Ware wird für einen Auftrag zusammengestellt
- Warenausgang - Ware wird verpackt, dokumentiert und versendet
Diese vier Funktionen sind nicht gleich wichtig für die Effizienz. Die Einlagerung ist der Hebel, der am stärksten auf alle folgenden Schritte wirkt - und der am häufigsten unterschätzt wird.
Kurz gesagt: Wie effizient die Kommissionierung und der Warenausgang funktionieren, entscheidet sich weitgehend schon bei der Einlagerung. Ein Lager, das schnell einlagert statt durchdacht, zahlt den Preis dafür bei jeder folgenden Kommissionierung.
Wo unnötige Wege entstehen
Drei Ursachen erklären die meisten unnötigen Wege im Lager:
- Häufig benötigte Artikel liegen weit von der Versandzone entfernt, weil sie zufällig dort Platz fanden, nicht weil sie dort hingehören
- Derselbe Artikel liegt an mehreren Orten, weil niemand die vorhandenen Bestände prüft, bevor ein neuer Platz gesucht wird
- Kommissionierlisten sind nicht nach Weg optimiert, sondern folgen der Reihenfolge, in der die Positionen im System erfasst wurden
Jeder dieser Punkte führt zu Laufwegen, die sich addieren - über einen Arbeitstag, eine Woche, ein Jahr betrachtet ein erheblicher, aber selten gemessener Zeitverlust.
Wie effizient Kommissionierung und Warenausgang funktionieren, entscheidet sich weitgehend schon bei der Einlagerung.
Warum das für die Geschäftsführung zählt
Effiziente Lagerprozesse wirken sich auf drei Grössen aus, die über das Lager selbst hinausreichen:
- Personalkosten - unnötige Laufwege sind bezahlte Arbeitszeit ohne Wertschöpfung
- Lieferzeit - je länger die Kommissionierung dauert, desto später verlässt die Ware das Haus
- Fehlerquote - je unübersichtlicher die Lagerordnung, desto wahrscheinlicher Verwechslungen und Fehllieferungen
Wie sich Lagerprozesse in der Praxis organisieren lassen
Drei Massnahmen wirken in den meisten Lagern am schnellsten:
- Häufig benötigte Artikel nahe der Versandzone platzieren, seltene Artikel weiter hinten
- Jeden Artikel an genau einem Standardplatz führen, Ausnahmen bewusst und dokumentiert
- Kommissionierlisten nach Lagerweg statt nach Erfassungsreihenfolge sortieren
Was Odoo an diesen Prozessen ändert
In Odoo lässt sich jedem Artikel ein Standardlagerplatz zuweisen, und Kommissionierlisten werden automatisch in der Reihenfolge des Lagerwegs statt nach Erfassungsdatum sortiert. Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Warenausgang sind dabei durchgängig demselben Bestand zugeordnet - wo eine Ware tatsächlich liegt, ist damit jederzeit nachvollziehbar, statt nur im Kopf einer erfahrenen Lagermitarbeiterin zu existieren.
Fazit
Ein Lager ist kein loses Nebeneinander von Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Warenausgang, sondern ein System, in dem frühe Entscheidungen die späteren Kosten bestimmen. Wer die Einlagerung durchdenkt statt sie schnell abzuwickeln, spart genau dort Zeit, wo sie in Zukunft am häufigsten gebraucht wird.
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