Odoo Demo vorbereiten: Welche Prozesse sollten gezeigt werden?
Die meisten Odoo-Demos verlaufen gleich: derselbe Beispielkunde, dieselben Musterartikel, dieselbe Tour durch CRM, Verkauf und Lager. Wer stattdessen konkrete Fragen und echte Unterlagen mitbringt, verwandelt die Demo von einer Software-Vorführung in eine Antwort auf die eigene Situation. Fünf Dinge, die sich vorher lohnen.
Wir führen viele Odoo-Demos durch – und die ehrlichste Beobachtung dabei ist: Die Qualität der Demo hängt stärker von der Vorbereitung des Interessenten ab als von der Software selbst. Welche drei grundverschiedenen Wege es überhaupt gibt, Odoo zu testen, haben wir im letzten Beitrag eingeordnet. Hier geht es um den mittleren Weg – die klassische Demo – und wie Sie aus ihr das Maximum herausholen.
Warum die Standard-Demo oft wenig bringt
Ohne Vorbereitung läuft praktisch jede Demo gleich ab: ein fiktiver Beispielkunde, ein paar Musterartikel, eine Tour durch CRM, Verkauf, Lager und Buchhaltung anhand von Daten, die mit Ihrem Betrieb nichts zu tun haben. Sie sehen, dass die Software funktioniert. Sie sehen nicht, ob sie für Sie funktioniert.
Die gute Nachricht: Das lässt sich mit wenig Aufwand ändern. Fünf Dinge machen den Unterschied.
1. Bringen Sie Ihren eigenen Auftragsprozess mit
Statt sich einen generischen Verkaufsprozess zeigen zu lassen, beschreiben Sie kurz Ihren eigenen: Wie kommt eine Anfrage bei Ihnen herein, wer bearbeitet sie, wie wird daraus eine Offerte und ein Auftrag? Ein guter Berater bildet diesen Ablauf live in der Demo nach – und Sie sehen sofort, wo Odoo Standard passt und wo eine Anpassung nötig wäre.
2. Nehmen Sie eine echte Rechnung oder Stückliste mit
Nichts zeigt die Realität schneller als ein echtes Dokument: eine typische Rechnung, eine Stückliste, ein Lieferschein. Lassen Sie sich zeigen, wie genau dieses Dokument in Odoo entstehen würde – inklusive der Sonderfälle, die bei Ihnen häufig vorkommen (Teillieferungen, Rabattstaffeln, Sonderkonditionen).
3. Fragen Sie nach den drei Prozessen, die heute am meisten Zeit fressen
Jedes Unternehmen hat Stellen, an denen doppelt erfasst, per Excel nachgeführt oder mühsam abgeglichen wird. Nennen Sie diese drei Stellen konkret und fragen Sie gezielt danach – statt sich die ganze Software von A bis Z zeigen zu lassen. Eine 60-minütige Demo, die drei echte Probleme löst, ist wertvoller als eine, die 40 Apps oberflächlich streift.
4. Fragen Sie aktiv nach den Grenzen
Eine seriöse Demo benennt auch, was nicht Standard ist und wo eine Erweiterung nötig würde. Fragen Sie explizit: “Was davon ist Standard, was wäre eine Anpassung?” Eine ehrliche Antwort gibt Ihnen an dieser Stelle höchstens eine grobe Einschätzung des Aufwands – “eher klein” oder “eher aufwendig”. Einen konkreten Frankenbetrag kann und sollte Ihnen niemand in der Demo nennen: Das liesse sich erst nach einer richtigen Analyse, etwa in einem Workshop, seriös beziffern. Wer Ihnen in der Demo schon eine exakte Zahl verspricht, hat entweder nicht genau hingeschaut oder rechnet bewusst schön.
5. Klären Sie vorher, wer bei Ihnen mit dem System arbeiten wird
Eine Demo für die Geschäftsleitung sieht anders aus als eine für das Team, das täglich damit arbeitet. Überlegen Sie vorab, wessen Alltag am stärksten betroffen ist, und nehmen Sie diese Person zur Demo mit – oder lassen Sie deren typischen Arbeitstag gezielt durchspielen.
Der Rahmen: kostenlos, aber bewusst begrenzt
Ein wichtiger Punkt, damit Sie richtig planen: Diese Demo ist ein kostenloser Service – zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keinen kostenpflichtigen Auftrag. Deshalb bewegt sie sich in einem bewusst engen Rahmen: Auf unserer Seite investieren wir schnell rund zwei Stunden oder mehr in die Vorbereitung, und die Demo selbst dauert bis zu 60 Minuten. Das reicht gut für Ihre drei wichtigsten Prozesse aus Punkt 3 – nicht für eine vollständige Analyse Ihres gesamten Betriebs. Wer diese Tiefe möchte, findet sie im kostenpflichtigen Analyse-Workshop.
Für Sie heisst das: Wählen Sie die Prozesse, die Sie zeigen lassen wollen, bewusst aus. Lieber drei Prozesse gründlich als sieben oberflächlich – die 60 Minuten sind knapp genug bemessen, dass Auswahl wichtiger ist als Vollständigkeit.
Die eigentliche Lösung: die Reihenfolge umdrehen
Die fünf Punkte oben helfen bei jeder Demo, egal bei welchem Anbieter. Konsequenter ist aber, die Reihenfolge komplett umzudrehen: Statt sich zuerst eine Demo zeigen zu lassen und dann zu hoffen, dass sie zufällig zu Ihren Prozessen passt, klären Sie die Prozesse zuerst – im kostenlosen Projekt-Check. Danach bekommen Sie, falls sinnvoll, genau die Demo, die Sie eigentlich brauchen: aufgebaut auf Ihren eigenen Abläufen statt auf einem generischen Beispielkunden.
Denn am Ende zählt nicht, welche Demo am meisten Eindruck macht. Es zählt, welche Demo zeigt, wie Sie danach tatsächlich arbeiten würden.
Weiterführend: Themenwelt Odoo erfolgreich einsetzen · Lösung ERP. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.
Demo mit echten Prozessen statt Beispieldaten?
Im kostenlosen Projekt-Check klären wir zuerst, welche Prozesse für Sie zählen – danach zeigen wir genau die in einer Demo.