Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Odoo Schulung?
Diese Frage höre ich in fast jedem Projekt: Wann sollen wir schulen? Die ehrliche Antwort: nicht an einem einzigen Punkt, sondern an vier – mit jeweils einem anderen Ziel. Ein Überblick aus der Projektpraxis.
“Wann sollen wir eigentlich schulen?” Diese Frage höre ich in fast jedem Projekt – meistens irgendwo zwischen Kickoff und Testphase, wenn plötzlich klar wird, dass jemand das System auch bedienen können muss. Die kurze Antwort: Es gibt nicht den einen richtigen Zeitpunkt. Es gibt vier – mit jeweils einem eigenen Ziel. Einen grundsätzlichen Überblick zum Thema Odoo-Schulung haben wir bereits zusammengestellt; hier geht es konkret um das Timing.
Vor dem Projekt: Erwartungen klären, nicht Klicks üben
Ganz am Anfang, oft schon im Verkaufsprozess oder Kickoff, ergibt eine erste Orientierung Sinn – aber keine Schulung im eigentlichen Sinn. Zu diesem Zeitpunkt ist das System noch nicht konfiguriert, es gibt keine eigenen Daten und keine finalen Prozesse. Was hier zählt, ist ein realistisches Bild:
- Wie sieht Odoo grundsätzlich aus?
- Welche Rolle wird wer später haben?
- Was ändert sich im Alltag?
Diese frühe Orientierung richtet sich vor allem an die Geschäftsleitung und die künftigen Key User. Sie verhindert die häufigste Enttäuschung in ERP-Projekten: dass jemand sich unter “Schulung” etwas anderes vorgestellt hat als das, was tatsächlich passiert.
Während der Einführung: Key User zuerst
Der wichtigste Schulungsmoment liegt bei uns bewusst vor oder während dem Testing – und betrifft in der Regel zunächst die Key User, nicht das ganze Team. Das ist kein Zufall, sondern Teil unseres Standardvorgehens: Aus Projektkostengründen sehen unsere Angebote die vertiefte Schulung der Key User vor, die das System dann intern kennen und das Wissen an ihre Teams weitergeben.
So gehen wir standardmässig vor: Key User werden vor oder während des Testings vertieft geschult und tragen das Wissen anschliessend intern weiter. Ist eine breitere Schulung aller Mitarbeitenden gewünscht, bieten wir das nach einem separaten Angebot ebenfalls an.
Das hat einen praktischen Grund: Wer testet, muss verstehen, was er da eigentlich prüft. Eine Testphase ohne geschultes Testteam bringt oberflächliches Feedback statt echter Qualitätssicherung. Und weil die Key User zu diesem Zeitpunkt mit echten – oder zumindest realitätsnahen – Daten arbeiten, bleibt das Gelernte deutlich besser hängen als bei einer frühen, abstrakten Einführung.
Ist eine breitere Schulung der Mitarbeitenden gewünscht oder das interne Weitertragen durch die Key User nicht möglich, bieten wir das nach einem separaten Angebot ebenfalls an – dazu unten mehr.
Vor dem Go-live: die Auffrischung, die den Unterschied macht
Zwischen der eigentlichen Schulung und dem produktiven Start liegen oft Wochen, manchmal Monate. Genau hier lohnt sich eine kurze Auffrischung, nah am tatsächlichen Starttermin:
- Was hat sich seit dem Testing noch verändert?
- Welche letzten Anpassungen sind eingeflossen?
- Worauf ist am ersten Tag besonders zu achten?
Diese Auffrischung muss nicht lang sein. Aber sie schliesst die Lücke zwischen “einmal gelernt” und “jetzt wirklich anwenden” – und sie ist der Moment, in dem sich zeigt, ob das Wissen aus der Testphase wirklich sitzt oder ob es zwischenzeitlich verblasst ist.
Nach dem Go-live: oft unterschätzt, oft am wichtigsten
Der am meisten unterschätzte Zeitpunkt ist der nach dem Start. Erst im echten Betrieb – mit echtem Tagesdruck, echten Kunden und echten Sonderfällen – tauchen die Fragen auf, die in keiner Testumgebung sichtbar werden.
Nach ein bis zwei Wochen produktivem Betrieb ist ein zweiter, fokussierter Termin oft wertvoller als jede zusätzliche Stunde vor dem Go-live.
Diesem Zeitpunkt widmen wir in der Serie noch einen eigenen, ausführlichen Beitrag – so wichtig ist er.
Unsere Antwort: kein einzelner Zeitpunkt, sondern ein Konzept
Aus der Projektpraxis heraus würde ich es so zusammenfassen: Eine einzelne Schulung an einem einzelnen Tag löst selten das eigentliche Problem. Was funktioniert, ist eine Abfolge mit unterschiedlichen Zielen – frühe Orientierung, vertiefte Key-User-Schulung vor beziehungsweise während dem Testing, eine kurze Auffrischung vor Go-live und ein Follow-up danach.
Welche dieser Stationen für Ihr Unternehmen sinnvoll sind, hängt von Projektgrösse, Teamzusammensetzung und Ihrem internen Wissensaufbau ab. Genau das besprechen wir im Rahmen unserer Odoo-Schulungen individuell – inklusive der Frage, ob Key User das Wissen intern weitertragen können oder ob eine direkte Schulung der Mitarbeitenden sinnvoller ist.
Weiterführend: Themenwelt Odoo erfolgreich einsetzen · Lösung ERP. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.
Wann passt eine Schulung in Ihr Projekt?
Im kostenlosen Projekt-Check ordnen wir Ihr Vorhaben ein – inklusive der Frage, welche Schulungsmomente für Sie sinnvoll sind.