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Kommunikation im Projekt verbessern

Wenn ein Projekt schiefgeht, war die Information fast immer vorhanden - nur nicht dort, wo sie gebraucht wurde. Das ist kein Kulturproblem, sondern ein Ablageproblem.

Bruno Eggenberger Geschäftsführer, Binadoo AG 8 Min. Lesezeit
Projektkommunikation: Zwei Kolleginnen und Kollegen arbeiten an einem Tisch mit denselben ausgedruckten Unterlagen vor sich

Nach einem schiefgelaufenen Projekt hört man in der Aufarbeitung fast immer denselben Satz: “Das hätte ich wissen müssen.” Und fast immer folgt die Feststellung, dass die Information existierte - in einem Mailverlauf, an dem der Betroffene nicht beteiligt war, oder in einem Telefonat, das niemand notiert hat.

Das ist kein Problem von Achtsamkeit. Es ist ein strukturelles Problem: Projektinformation liegt in persönlichen Kanälen statt am Projekt.

Die drei Lücken

Die Information liegt in persönlichen Postfächern. Der Mailverlauf mit dem Kunden gehört dem, der ihn geführt hat. Wer neu ins Projekt kommt, in den Ferien war oder eine Vertretung übernimmt, beginnt bei null - und stellt Fragen, die schon beantwortet waren.

Entscheide werden getroffen, aber nicht festgehalten. Am Telefon, im Vorbeigehen, in einem Videocall. Drei Wochen später erinnern sich zwei Beteiligte an unterschiedliche Ergebnisse, und keiner von beiden lügt.

Der Status wird einzeln erfragt. Wenn der Projektleiter fünf Personen anrufen muss, um den Stand zu kennen, ist der Stand nach dem fünften Anruf bereits veraltet - und die fünf Personen wurden bei der Arbeit unterbrochen.

Projektkommunikation: Drei Lücken - persönliche Postfächer, undokumentierte Entscheide, Statusfragen einzeln
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Kurz gesagt: Projektkommunikation gehört an das Projekt, nicht an die Person. Was am Arbeitspaket steht, findet der Nächste. Was im Postfach steht, ist beim nächsten Ausfall verloren.

Prinzip 1: Information gehört an den Gegenstand

Die wirksamste Regel ist zugleich die einfachste: Was zu einem Arbeitspaket gehört, wird beim Arbeitspaket festgehalten. Die Rückfrage des Kunden, die Antwort, die Freigabe, das aktualisierte Dokument.

Der Effekt ist unmittelbar. Wer die Aufgabe übernimmt, sieht die Vorgeschichte, ohne jemanden fragen zu müssen. Wer nachträglich wissen will, warum etwas so gemacht wurde, findet es an derselben Stelle. Und die Frage “wo steht das nochmal?” verschwindet, weil sie nur eine Antwort hat.

Das setzt voraus, dass es überhaupt einen gemeinsamen Ort für das Projekt gibt - und dass er so bequem erreichbar ist wie das Postfach. Sonst gewinnt das Postfach.

Prinzip 2: Entscheide werden in einem Satz festgehalten

Kein Protokoll, keine Vorlage: ein Satz mit Datum. “Kunde verzichtet auf die Schnittstelle zur Zeiterfassung, Umfang reduziert sich um zwei Tage, entschieden am 14.10. mit Herrn Meier.”

Der Aufwand liegt bei zwanzig Sekunden. Der Nutzen zeigt sich beim nächsten Konflikt über den Umfang - und der kommt in Projekten mit unklarer Abgrenzung zuverlässig. Wirtschaftlich macht diese Abgrenzung den Unterschied zwischen einer verrechenbaren Zusatzleistung und einer verschenkten.

Prinzip 3: Der Status wird gelesen, nicht erfragt

Ein Projektstand, den man ansehen kann, ersetzt fünf Anrufe. Dafür genügt, dass Aufgaben einen Status tragen und dass dieser Status gepflegt wird - was er wird, wenn die Pflege am selben Ort passiert, an dem ohnehin gearbeitet wird.

Die Statussitzung verschwindet damit nicht, aber sie ändert ihren Zweck: Sie ist nicht mehr die Bestandsaufnahme, sondern das Gespräch über die zwei oder drei Punkte, die hängen. Das verkürzt sie von einer Stunde auf zwanzig Minuten.

Eine Statussitzung, in der der Stand erst erhoben wird, ist keine Sitzung. Sie ist eine Datenerfassung mit fünf Anwesenden.

Prinzip 4: Der Kunde bekommt einen definierten Kanal

Wenn der Kunde drei Ansprechpartner hat und jedem etwas anderes sagt, ist das kein Kundenproblem, sondern ein Vereinbarungsproblem. Ein definierter Kanal - eine zentrale Projektadresse, ein Kundenportal, eine benannte Person mit Vertretung - löst mehr Reibung als jede interne Massnahme.

Wichtig ist die Vertretungsregelung. Ein einzelner Ansprechpartner ohne Stellvertretung ist der Grund, warum in den Ferien Projekte stillstehen.

Projektkommunikation: Vier Regeln für den Alltag im KMU

Was sich mit Odoo daran ändert

Alle vier Prinzipien scheitern in der Praxis am selben Punkt: Es ist bequemer, eine Mail zu schreiben, als etwas an der richtigen Stelle abzulegen. Solange das so bleibt, gewinnt die Bequemlichkeit.

Der Unterschied entsteht, wenn beides dasselbe ist. In Odoo hängt an jedem Projekt und jeder Aufgabe ein Nachrichtenverlauf; Mails an die Projektadresse landen dort, Antworten gehen von dort aus raus, Dokumente und Notizen liegen daneben. Wer die Aufgabe öffnet, sieht die vollständige Geschichte - ohne dass jemand etwas zusätzlich ablegen musste.

Dazu kommen zwei praktische Dinge: Der Status jeder Aufgabe ist für alle Beteiligten sichtbar, und der Kunde kann über ein Portal denselben Stand sehen, den das Team sieht. Wie sich der gesamte Projektablauf sauber aufsetzen lässt, beschreibt Vom Auftrag bis zur Schlussrechnung: Der ideale Projektprozess.

Fazit

Bessere Projektkommunikation entsteht nicht durch mehr Sitzungen und nicht durch längere Protokolle. Sie entsteht durch eine einzige Verschiebung: von der Person zum Projekt.

Wer damit beginnt, Entscheide in einem Satz festzuhalten und Kundenkorrespondenz beim Arbeitspaket zu führen, merkt den Unterschied bei der ersten Ferienabwesenheit oder beim ersten Wechsel im Team - also spätestens in ein paar Wochen.

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Bruno Eggenberger, Geschäftsführer, Binadoo AG
Über den Autor
Bruno Eggenberger · Geschäftsführer, Binadoo AG

Bruno begleitet Schweizer KMU von der ersten Prozessfrage bis zum laufenden Odoo-Betrieb. Sein Fokus: Digitalisierung, die sich wirtschaftlich rechnet - ehrlich beraten, pragmatisch umgesetzt.

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