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Wie Marketing und Verkauf gemeinsam neue Kunden gewinnen

Wie Marketing und Verkauf gemeinsam neue Kunden gewinnen

Das Marketing organisiert eine Kampagne und übergibt stolz vierzig Kontakte. Der Verkauf ruft drei davon an, erreicht niemanden mit echtem Bedarf und legt die Liste zur Seite. Beim nächsten Führungsmeeting sagt das Marketing: “Wir liefern Leads, aber der Verkauf bearbeitet sie nicht.” Der Verkauf kontert: “Die Kontakte taugen nichts.”

Beide haben recht - und genau das ist das Problem.

Das Silo-Problem: zwei Abteilungen, zwei Wahrheiten

In vielen KMU arbeiten Marketing und Verkauf wie zwei Firmen unter einem Dach. Das Marketing wird an Reichweite und Kontaktzahlen gemessen, der Verkauf an Abschlüssen. Dazwischen liegt ein Niemandsland, in dem Leads liegen bleiben, doppelt kontaktiert werden oder still verschwinden.

Die Ursache ist selten böser Wille. Es fehlt schlicht die gemeinsame Verabredung: Was ist ein guter Lead? Wann wird er übergeben? Wer kümmert sich dann - und was erfährt das Marketing darüber, was daraus wurde? Solange diese Fragen offen sind, produziert jede Abteilung ihre eigene Wahrheit.

Wer die Grundbegriffe erst einordnen möchte: Der Beitrag Was ist Lead-Generierung? erklärt den Weg von der Aufmerksamkeit bis zur Verkaufschance - dieser Beitrag hier behandelt die Nahtstelle in der Mitte.

Schritt 1: Gemeinsam definieren, wann ein Lead reif ist

Der wichtigste Schritt ist unspektakulär: Marketing und Verkauf setzen sich an einen Tisch und definieren gemeinsam, wann ein Kontakt reif für den Verkauf ist. Nicht das Marketing allein, nicht der Verkauf allein - gemeinsam.

Für ein KMU reichen drei bis fünf Kriterien, zum Beispiel:

  • Die Firma passt zur Zielgruppe (Branche, Grösse, Region).
  • Es gibt ein erkennbares Problem oder Vorhaben, nicht nur allgemeine Neugier.
  • Die Kontaktperson hat eine Rolle mit Nähe zur Entscheidung.
  • Es gab eine aktive Handlung: Anfrage gestellt, Rückruf gewünscht, Gespräch geführt.

Alles darunter bleibt beim Marketing und wird weiter mit Inhalten begleitet, bis die Kriterien erfüllt sind. Das ist keine Abwertung dieser Kontakte - es schützt sie davor, zu früh einen Verkaufsanruf zu erhalten und abzuspringen.

Ein Lead ist dann reif, wenn Marketing und Verkauf dieselbe Antwort geben würden - nicht, wenn eine Abteilung ihre Zielvorgabe erfüllt hat.

Schritt 2: Die Übergabe regeln - mit Verantwortlichem und Reaktionszeit

Erfüllt ein Lead die Kriterien, braucht die Übergabe zwei Dinge, die in der Praxis fast immer fehlen:

Einen Verantwortlichen. Jeder übergebene Lead gehört ab sofort einer konkreten Person im Verkauf - nicht “dem Team”. Was allen gehört, gehört niemandem.

Eine verbindliche Reaktionszeit. Zum Beispiel: Erste Kontaktaufnahme innert zwei Arbeitstagen. Wer selbst eine Anfrage gestellt hat, weiss warum: Nach einer Woche Funkstille ist das Interesse abgekühlt oder ein Mitbewerber schneller gewesen. Die Reaktionszeit ist keine Schikane für den Verkauf, sondern der Hebel mit der wohl grössten Wirkung auf die Abschlussquote.

Beides muss festgehalten werden - sichtbar für beide Seiten, nicht in einer E-Mail, die versandet.

Schritt 3: Die Feedbackschleife zurück ans Marketing

Die meisten Unternehmen, die eine Übergabe geregelt haben, vergessen den Rückweg: Was wurde aus den Leads?

Das Marketing braucht diese Antwort zwingend. Nur wenn es erfährt, welche Leads zu Gesprächen, Angeboten und Aufträgen wurden - und welche im Sand verliefen und warum -, kann es die richtigen Schlüsse ziehen: Welche Themen ziehen die richtigen Firmen an? Welcher Kanal bringt Anfragen, die nie zu Kunden werden? Wo lohnt sich mehr Budget, wo keines?

Ohne Feedbackschleife optimiert das Marketing blind auf Kontaktzahlen. Mit ihr optimiert es auf das, was zählt: Aufträge. Ein kurzer fixer Austausch pro Monat genügt für den Anfang - wichtiger als das Format ist, dass er stattfindet.

Schritt 4: Gemeinsame Kennzahlen statt getrennter Erfolgsrechnungen

Solange das Marketing seine Kontaktzahlen feiert und der Verkauf seine Abschlüsse, bleibt das Silo bestehen - jede Abteilung kann gut dastehen, während das Gesamtergebnis enttäuscht.

Die Lösung sind wenige Kennzahlen entlang der ganzen Kette, die beide Abteilungen gemeinsam verantworten:

  • Wie viele Leads entstehen pro Monat - und wie viele davon erfüllen die gemeinsamen Kriterien?
  • Wie viele übergebene Leads werden innert der vereinbarten Frist kontaktiert?
  • Wie viele werden zu Verkaufschancen, wie viele zu Aufträgen?
  • Wie lange dauert der Weg vom Lead zum Auftrag?

Vier bis fünf Zahlen reichen. Entscheidend ist, dass beide Seiten auf dieselben Zahlen schauen - und dass die Kette als Ganzes bewertet wird, nicht die Etappensiege.

Was die Geschäftsleitung entscheiden muss

Die beschriebenen Schritte scheitern selten am Willen der Beteiligten. Sie scheitern daran, dass niemand sie verbindlich macht. Drei Entscheide gehören deshalb auf die Ebene der Geschäftsleitung:

Ein System, eine Pipeline. Marketing und Verkauf arbeiten am selben Datenbestand - vom ersten Kontakt bis zum Auftrag. Führt das Marketing seine Excel-Liste und der Verkauf seine eigene, sind Übergabe, Feedback und gemeinsame Zahlen technisch gar nicht möglich. In der Praxis heisst das: ein gemeinsames CRM. Was ein CRM für ein KMU wirklich leistet - und was es nicht leistet -, haben wir im Grundlagenbeitrag eingeordnet. In Odoo zum Beispiel ist die Übergabe schlicht ein Wechsel des Verantwortlichen am selben Datensatz: Der Verkauf sieht die ganze Vorgeschichte des Leads, und das Marketing sieht ohne Nachfragen, was aus ihm wurde - die Feedbackschleife entsteht aus den Daten selbst statt aus hin- und hergeschickten Listen. Wie sich eine solche gemeinsame Pipeline aufsetzen lässt, zeigt CRM-Prozesse mit Odoo strukturieren; was Odoo auf der Marketingseite beiträgt, der Serienbeitrag Marketing und Lead-Generierung mit Odoo.

Verbindlichkeit statt Goodwill. Lead-Kriterien, Reaktionszeit und Feedbacktermin sind Vereinbarungen, deren Einhaltung die Führung einfordert - sonst gelten sie nur, bis es hektisch wird.

Die Kette zählt, nicht die Etappe. Die Geschäftsleitung bewertet Marketing und Verkauf an den gemeinsamen Kennzahlen. Das nimmt beiden Abteilungen die Möglichkeit, mit der eigenen Teilstatistik zu glänzen, während Aufträge verloren gehen.

Nichts davon braucht ein Grossprojekt. Ein Workshop für die gemeinsame Lead-Definition, klare Zuständigkeiten, ein gemeinsames System - damit ist der Grundstein gelegt. Wie der ganze Weg von der Kampagne bis zum Auftrag zusammenhängt, zeigt unsere Themenwelt Marketing & Lead-Generierung; wie wir Verkaufsprozesse konkret mit Kunden umsetzen, die Lösungsseite Verkauf & Kundenprozesse.

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Weiterführend: Themenwelt Marketing & Lead-Generierung · Lösung CRM. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.

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