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BeratungService & Aussendienst

Ersatzteile und Materialverbrauch im Aussendienst erfassen

Ein Techniker baut ein Teil ein und schreibt es nicht auf - kein böser Wille, nur ein Ablauf, der die Erfassung nicht vorsieht. Am Jahresende fehlt Material im Lager und Umsatz auf der Rechnung. Wie sich das strukturell lösen lässt.

Bruno Eggenberger Geschäftsführer, Binadoo AG 8 Min. Lesezeit
Bildschirm mit der Rechnung zum nicht erfassten Material: drei Verluste, ein Ventil für CHF 40, zweihundert Einsätze im Jahr, Erfassung vor Ort

Ein Techniker fährt zum Kunden, tauscht ein Ventil und fährt weiter. Das Ventil war im Servicefahrzeug, es wurde verbaut, der Kunde ist zufrieden. Nur weiss davon niemand ausser dem Techniker.

Am Jahresende fehlt das Teil im Lager, es steht auf keiner Rechnung, und die Inventurdifferenz wird als Schwund verbucht. Das ist kein Einzelfall, sondern der häufigste stille Verlust im Service.

Drei Verluste auf einmal

Nicht erfasstes Material kostet dreifach, und nur einer der drei Verluste fällt überhaupt auf:

Der Umsatz fehlt. Das Teil wird nicht verrechnet. Bei einem Ventil für 40 Franken ist das verschmerzbar; bei zweihundert Einsätzen im Jahr sind es Tausende.

Der Bestand stimmt nicht. Das Lager zeigt Teile, die längst verbaut sind. Die Folge ist die klassische Situation, dass ein Teil rechnerisch verfügbar ist und tatsächlich fehlt - mit einem zweiten Besuch als Konsequenz.

Die Nachkalkulation wird wertlos. Wenn Material fehlt, sieht ein Wartungsvertrag profitabler aus, als er ist. Entscheidungen über Vertragspreise beruhen dann auf zu tiefen Kosten.

Material im Aussendienst: Drei Verluste - fehlender Umsatz, falscher Bestand und unbrauchbare Nachkalkulation
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Kurz gesagt: Nicht erfasstes Material kostet dreifach - fehlender Umsatz, falscher Bestand, unbrauchbare Nachkalkulation. Die Ursache ist fast nie Nachlässigkeit, sondern ein Ablauf, in dem die Erfassung nach dem Einsatz stattfinden soll statt währenddessen.

Warum es nicht erfasst wird

Es lohnt sich, die Ursache genau anzusehen, weil sie über die Lösung entscheidet. In keinem Betrieb, den wir kennen, unterschlagen Techniker absichtlich Material. Es sind drei andere Gründe:

Die Erfassung passiert später. Wer abends im Büro aufschreiben soll, was er tagsüber verbaut hat, vergisst Teile - nicht aus Unwillen, sondern weil sechs Einsätze dazwischenliegen.

Das Teil hat keine erkennbare Nummer. Wenn im Fahrzeug Schrauben, Dichtungen und Kleinteile ohne Kennzeichnung liegen, ist die Erfassung eine Suchaufgabe.

Kleinteile gelten als vernachlässigbar. Einzeln stimmt das. In Summe ist es der grösste Posten.

Was strukturell hilft

Vier Massnahmen wirken, und keine davon ist eine Ermahnung:

Erfassung am Einsatzort, nicht danach. Das Teil wird eingetragen, während es verbaut wird - auf dem Gerät, das der Techniker ohnehin dabei hat. Alles, was auf später verschoben wird, geht verloren.

Das Servicefahrzeug ist ein Lagerort. Wenn der Bestand im Fahrzeug geführt wird, ist die Entnahme eine Umbuchung statt einer Meldung. Der Techniker sieht seinen eigenen Bestand und weiss, was er nachfüllen muss.

Scannen statt tippen. Ein Barcode am Teil oder am Fach macht aus der Erfassung einen Handgriff. Das ist der wirksamste Einzelschritt bei Kleinteilen.

Pauschalen für echte Kleinstteile. Für Schrauben und Dichtungen ist eine Materialpauschale ehrlicher als eine Erfassung, die niemand durchhält. Wichtig ist, dass sie kalkuliert ist und nicht geschätzt.

Alles, was nach dem Einsatz erfasst werden soll, wird unvollständig erfasst. Nicht aus Unwillen - sondern weil sechs Einsätze dazwischenliegen.

Material im Aussendienst: Vier Massnahmen - Erfassung am Einsatzort, Fahrzeug als Lagerort, Scannen, Pauschalen für Kleinstteile

Der Übergang zum Lager

Sobald das Fahrzeug ein Lagerort ist, wird aus der Materialerfassung ein Warenfluss: Entnahme aus dem Zentrallager, Bestand im Fahrzeug, Verbrauch beim Kunden. Damit stimmt nicht nur die Fakturierung, sondern auch die Nachbestückung - der Techniker sieht, was fehlt, bevor er losfährt.

Dieser Übergang ist der Punkt, an dem Service und Lager zusammengehören und in vielen Betrieben getrennt sind. Wie der Warenfluss insgesamt aussieht, beschreibt Vom Lieferanten bis zum Kunden: Der ideale Warenfluss.

Material im Aussendienst: Der Weg vom Zentrallager über das Fahrzeug zum Verbrauch beim Kunden

So sieht das in Odoo aus

In Odoo ist das Servicefahrzeug ein Lagerort wie jeder andere. Der Techniker erfasst das verbaute Teil auf dem Einsatz - auf dem Tablet, direkt beim Kunden -, und daraus entstehen in einem Schritt die Lagerbuchung und die Rechnungsposition. Es gibt keine Meldung, die jemand später verarbeitet.

Weil derselbe Einsatz auch die Arbeitszeit trägt, steht am Ende eine vollständige Nachkalkulation: Was hat dieser Einsatz gekostet, was wurde verrechnet. Genau daraus entsteht die fakturierte Quote aus Welche Kennzahlen Serviceleiter benötigen. Wie die mobile Erfassung im Alltag funktioniert, steht in Serviceeinsätze mobil dokumentieren.

Fazit

Nicht erfasstes Material im Aussendienst kostet Umsatz, verfälscht den Bestand und macht jede Nachkalkulation unbrauchbar. Die Ursache liegt nicht bei den Technikern, sondern in einem Ablauf, der die Erfassung nach dem Einsatz vorsieht.

Wirksam sind vier Dinge: am Einsatzort erfassen, das Fahrzeug als Lagerort führen, Kleinteile scannen und für Kleinstteile mit kalkulierten Pauschalen arbeiten. Zusammen schliessen sie eine Lücke, die in den meisten Serviceorganisationen im fünfstelligen Bereich liegt.

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Weiterführend: Themenwelt Service & Aussendienst · Lösung Lager. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.

Bruno Eggenberger, Geschäftsführer, Binadoo AG
Über den Autor
Bruno Eggenberger · Geschäftsführer, Binadoo AG

Bruno begleitet Schweizer KMU von der ersten Prozessfrage bis zum laufenden Odoo-Betrieb. Sein Fokus: Digitalisierung, die sich wirtschaftlich rechnet - ehrlich beraten, pragmatisch umgesetzt.

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