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BeratungCRM & Vertrieb

Warum systematisches Nachfassen die Abschlussquote erhöht

Ein Angebot, das nicht nachgefasst wird, ist kein verlorenes Geschäft - es ist ein vergessenes. Der Unterschied ist entscheidend, weil das eine eine Entscheidung ist und das andere ein Versäumnis.

Bruno Eggenberger Geschäftsführer, Binadoo AG 8 Min. Lesezeit
Nachfassen im Verkauf: Eine Verkaufsleiterin telefoniert im Grossraumbüro, die Hand auf dem ausgedruckten Angebot vor sich

Fragt man in einem KMU, warum ein Angebot nicht zum Auftrag wurde, lautet die Antwort meist: Der Kunde hat sich nicht mehr gemeldet. Das stimmt - und es beschreibt kein Kundenverhalten, sondern eine Lücke im eigenen Prozess.

Ein Angebot, das nicht nachgefasst wird, ist nicht abgelehnt. Es ist vergessen, meist auf beiden Seiten.

Warum nicht nachgefasst wird

Drei Gründe, und keiner davon ist Faulheit:

Es gibt keinen Termin. Das Angebot ist raus, und damit ist der Vorgang aus dem Kopf. Ohne festen nächsten Schritt hängt das Nachfassen daran, ob jemand zufällig daran denkt.

Es ist unklar, wer zuständig ist. Wenn ein Angebot vom Innendienst erstellt und vom Aussendienst besprochen wurde, wartet jeder auf den anderen.

Die Sorge, aufdringlich zu wirken. Das ist der ehrlichste Grund und der am leichtesten zu entkräften: Aus Kundensicht ist eine Nachfrage nach zwei Wochen keine Belästigung, sondern Interesse. Aufdringlich wird es durch Häufigkeit ohne Inhalt, nicht durch Nachfassen an sich.

Nachfassen: Warum Angebote liegenbleiben - kein Termin, keine Zuständigkeit, Angst vor Aufdringlichkeit
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Kurz gesagt: Die meisten Angebote scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass niemand nachfragt. Ein fester nächster Schritt mit Datum je Vorgang ist die wirksamste Einzelmassnahme im KMU-Verkauf - und die billigste.

Was systematisches Nachfassen ausmacht

Es geht nicht um mehr Anrufe, sondern um verlässliche. Vier Elemente:

Ein Termin je Vorgang, immer. Sobald ein Angebot rausgeht, steht fest, wann nachgefasst wird. Nicht “in ein paar Tagen”, sondern ein Datum. Diese eine Regel verändert mehr als jede Verkaufsschulung.

Ein Anlass statt einer Nachfrage. “Ich wollte fragen, ob Sie schon entschieden haben” ist schwach. “Wir haben zu Ihrer Frage nach der Lieferzeit noch etwas geklärt” ist ein Gespräch. Der Anlass entsteht meist im Angebot selbst - eine offene Frage, eine Alternative, eine Frist.

Eine begrenzte Anzahl. Zwei bis drei Kontakte, dann eine Entscheidung: weiterverfolgen mit neuem Termin oder als verloren erfassen. Endlose Verfolgung bindet Zeit und verstopft die Pipeline.

Ein Ende mit Ergebnis. Auch ein Nein ist ein Ergebnis - es macht den Kopf frei und liefert den Grund, aus dem man lernt.

Was es bringt

Die Wirkung ist unspektakulär gross. Wenn von hundert Angeboten dreissig ohne Nachfassen im Sand verlaufen und die Hälfte davon durch einen Anruf zu einer Entscheidung käme, verändert das die Abschlussquote deutlich - ohne ein einziges zusätzliches Angebot.

Der zweite Effekt ist die Prognose: Eine Pipeline, in der jeder Vorgang einen nächsten Schritt hat, enthält keine Karteileichen. Was darin steht, ist tatsächlich offen. Was das für die Steuerung bedeutet, steht in Verkaufskennzahlen und Forecast.

Aus Kundensicht ist eine Nachfrage nach zwei Wochen kein Druck, sondern Interesse. Aufdringlich wird es durch Häufigkeit ohne Inhalt.

Systematisches Nachfassen: Vier Elemente - Termin je Vorgang, Anlass statt Nachfrage, begrenzte Anzahl, Ende mit Ergebnis

Warum Erinnerungen allein nicht reichen

Eine Erinnerung im Kalender ist der halbe Weg. Sie sagt, dass etwas ansteht, aber nicht was - und wird deshalb weggeklickt, wenn der Tag voll ist.

Wirksam wird es erst, wenn drei Dinge zusammenkommen: die Erinnerung, der Vorgang mit seiner Vorgeschichte und der Anlass für das Gespräch. Wer beim Öffnen sieht, worum es ging, was zuletzt besprochen wurde und was offen ist, führt das Gespräch. Wer nur eine Erinnerung ohne Kontext hat, verschiebt sie.

Genau deshalb gehört das Nachfassen in dasselbe System wie der Vorgang - nicht in einen separaten Kalender.

Nachfassen: Zwei Wirkungen ohne ein einziges zusätzliches Angebot

So sieht das in Odoo aus

Aktivitäten mit Datum und Typ hängen in Odoo direkt am Vorgang: Wer eine Chance oder ein Angebot öffnet, sieht die Vorgeschichte, den letzten Kontakt und den fälligen nächsten Schritt an einem Ort. Die Übersicht zeigt, was heute ansteht - über alle Kunden, ohne Liste daneben.

Zusätzlich lässt sich hinterlegen, dass beim Versand eines Angebots automatisch eine Nachfassaktivität entsteht. Damit ist die wichtigste Regel keine Disziplinfrage mehr, sondern Teil des Ablaufs. Wie sich solche Regeln im Gesamtablauf verankern lassen, steht in CRM-Prozesse mit Odoo strukturieren.

Fazit

Systematisches Nachfassen ist der grösste Hebel im KMU-Verkauf, weil es das häufigste Verlustmuster behebt: das vergessene Angebot. Es braucht dafür weder mehr Personal noch ein Verkaufstraining.

Was es braucht, ist ein Datum je Vorgang, ein Anlass statt einer Nachfrage, eine begrenzte Anzahl Versuche - und die Bereitschaft, ein Nein als Ergebnis zu akzeptieren.

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Weiterführend: Themenwelt CRM & Vertrieb · Lösung CRM. Den nächsten Schritt machen Sie mit dem kostenlosen Projekt-Check.

Bruno Eggenberger, Geschäftsführer, Binadoo AG
Über den Autor
Bruno Eggenberger · Geschäftsführer, Binadoo AG

Bruno begleitet Schweizer KMU von der ersten Prozessfrage bis zum laufenden Odoo-Betrieb. Sein Fokus: Digitalisierung, die sich wirtschaftlich rechnet - ehrlich beraten, pragmatisch umgesetzt.

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